Montag, Januar 30, 2006

babel - zyklus teil 2

sehnerven
machinen
strassen in rascher schrittfolge
formationen von schatten

schnitt

die bilder warten
einstellungen am anfang
am ende
eine frau
augen
warten

schnitt
die stimmen
leiser werdend

langsam
bilder warten

glaubenskrise
die trommeln schlagen

die einzige bewegung
ein zittern
keine handlung
schnitt
die versammlung
die toten
nur eine indirekte bedeutung
die erde bebt
worte wie feuer
brennen
trommelschläge
raubvögel warten
in feuchtkalter nacht

der kampf rückt näher
der tod kennt kein wir

blut und boden
jahreswechsel

schnitt
das bild
eine entfernung
eine strasse
himmel
graue wolken, weite felder, tod

schnitt
jede zeit
nicht zu erkennen
die bevorzugte sicht des todes
möglicherweise

kein blau mehr
keine bewegungen
alles ist echt
ist wahr
der himmel, die felder, der tod

sehnsucht
begreift nicht die tragweite
einen augenblick lang
die kunst als dünne schicht zwischen
realität und wahn
abgesichert in bizzaren systemen

deutsche befindlichkeiten
hier und da

das tor zur machine
augen, mund
weit offen


ich bin
ich war
ich
werde
sein

schnitt
jetzt und hier

kopien einer glaubwürdigkeit
der schnee leuchtet rosa auf den dächern
und strassen


das himmelsgewölbe
stürzt ein

schnitt
...
wechsel
der jahre
idioten.sicher
auch ohne orgon-akkumulatoren
und
europa-geister
...
schnitt

Dienstag, Januar 17, 2006

babel - zyklus teil 1

babylon ein zyklus



eins
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blutrote neonfetzen
spiegeln sich auf nassem asphalt
und dem glas der grauen betonkomplexe
die stadt ist ein gefrässiger
riesiger
von schleimiger organischer substanz
infizierter stahl-beton-glas-plastik-saurier
du glaubst die stadt zu kennen
die toten steine
die dich anstarren
du glaubst die stadt zu kennen
die kalten steine
die des nachts schreien
wenn du dich unruhig im schlafe wälzt
die stadt blutet aus unzähligen wunden
doch das graue blut wird gierig
von einer verkrüppelten vegetation aufgesogen
geburt-kindergarten-schule-beruf-tod
kein ent-kommen
in den labyrinthen der steine
und des grauen blutes
was suchst du in dieser wüste
was ist mit den ratten den
schwarzgesichtigen
die in der dunkelheit von träumen
ihre opfer finden
schreist du nicht auch des nachts
lautlos
deine angst hinaus
gesichter
die dich verfolgen und quälen
gesichter
die lautlos schreien
die gewaltigen gebäude
die an einem hunger nach menschen leiden
das gesicht der kinder
das gesicht der alten
ein labyrinth
fäulnis
wird mit grellen farben
und exotischen düften
getarnt
der unterdrückte aufschrei
der zeitlosigkeit
verkrampft sich in bizarren zuckungen
fette töne
kriechen
durch türspalten
dort
wo
sie
ihr totenspiel spielen
und schmeicheln dem vorübergehenden



zwei
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mauern
die un.auf.haltsam wie pilze wachsen
überall
das stetige tuckern von maschinen
deren metall.skelette
seufzen und stöhnen
doch
die meisten maschinen sind still gestorben
vor jahren schon
bunte lichtermeere
grelles neon
und monströse fremdkörper
aus glas
plastik
metall
und beton

all das
nur kranke urbane anatomie
geschwülste
einer sterbenden stadt
landschaften
aus müll
und
schutt
neubauten
die bereits zerfallen
bevor sie fertig.gestellt worden sind

industrie
verschwörung
enge
und böse ahnungen
haben die stadt und das land
geprägt

mitläufer
poeten
schmarotzer
junkies
und
künstler

metallene
prostitution
kranke
urbane
anatomie
geschwülste
einer
sterbenden
stadt



drei
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jesus
im
wartesaal
.
sinn
ver
stört
aber
der zug
hat
verspätung
.
wie immer
.
warten auf die kreuzigung
allein
in
einem
großen
neonkalten
wartesaal
marmorbänke
unleserliche zeitungsmeldungen
auf
grauem betonboden
warum nicht
.
wer will
schon
wissen
was morgen geschah
und
gestern geschehen
wird
.
diese eine nacht nur
wieder.ge.burt
bei sonnen.auf.gang
garantiert und kosten.los
weil
samstag
ist




vier
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durch die nacht
streifen
auf der jagd nach leben
dexedrin und liebe
nur tote belohnungssysteme
in temporären
augenblicken
die music der stadt
laut
schrill
ohne pause
menschen
kalt
menschen
brennen
all die versteckten gesichter
all die verborgenen orte
und die nie erzählten
geschichten
gestern
morgen
körper und seele
lust und einsamkeit
und während sie
tanzen
auf glass
weiß
und
schrill
warten körper
und suchen den traum eines toten tages
in der nacht
finden sie kein morgen
nur lachen
während auf einem kleinen spiegel
die weiße linie
den weg in die unendlichkeit weist
zerbrochene spiegel
zerbrochene träume
gedankensplitter
entfliehen seit nächten den träumen
einen augen-blick lang
während das neon beginnt
nervös zu zittern
während durch nervenzellen
ein sturm
fetzt

keine
atem
pause




fünf
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sub-urbane xenophobie
die nacht überschwemmt
taubstumm
mit
blühenden trümmern

kalter stein
kein licht
der regen liegt
grau
auf wänden
dächern
und strassen
in verbaler inkontinenz
gefangen
bruch.stücke
und er.innerungen
schreien
kalte mauern an

häuser desolieren und
türen versperren
den gedanken
jede wortflucht

gegenStände
warten
irritiert

eigen
tlich
definitiv
im kopf
im blut
in den zwischen.räumen
...
zwischen
den räumen
und pfaden
den neuronen
und synapsen

immer
irgend.wo
da.zwischen
bilder und
eschatologische politiker
wandeln
zombiegleich
um
her




sechs
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trümmerberge
spät abends
auf dem hinterhof
verkrüppelte vegetation
mutagene warten
geduldig

mittags nur noch
mauern
plakate mit glücklichen gesichtern
fetzen von papier
fetzen von haut und knochen

trümmerfelder
diverse worte
ähnlichkeiten
die zufällig lachen

gespenster
gehen um
zwischen mauer.resten

die konturen im schatten des neon
immer kleiner
der hintergrund stolpert
heil dem abfall und den
elektronischen kontrollen
chirugisch veränderte
blutige töne liegen auf
verlassenen strassen

unterirdische bunker schützen
schwarze wahrheiten
in synaptischer umarmung
schreien
lautlos
hier und
da

sonnenuntergang

die kultur
verwest

hier und
da




sieben
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trümmer.BERGE

dämmerung
ABEND
neonLichtverseuchte strassen
TOTALITÄRE ÖKONOMIE
sie erkennt die
geisterHafte TrostLosigkeiT
der schaufensterPUPPEN
die dem vorüberGehenden
ihr plastickGrinsen
ent
GEGEN
schleudern
selbstmord als psychosomatischer konsum
im weihnachtsglanz hungriger gesichter
deutsche wirklichKeit

dunkelheit
NACHT
tv-lichter sprengen fensterRahmen
gesichtslose Spielplätze
leer
meine allgegenwärtige verfügbarkeit
funktioniert auch nachts
zombiegleich wandere ich von raum zu RAUM
leere
dunkelheit
nervöse nachrichtenSprecher
verkünden wahrheiten und schöne körper

nebel
früher MORGEN
digitale ziffern die mich ZEITschreiend
zurück in den beton zerren
meine TEILnahme erzwingen
am tagesGEschehen
kinder tanzen ihre geschichte auf den strassen
während der nebel
kampflos die sonne ZUlässt



acht
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soziale maschinen
von dampfgetriebener realität
gejagt
erzwingen
unsere aufMERKsamKEIT

ölverschmiert
und bedürfnisLOS